30.04.2020

Randnotizen April 2020 von Philippe Brühlmann



Weiter so…
 
Liebe Leserin, lieber Leser
 
Unter dem Titel "Es hat uns im Griff… oder haben wir es in der Hand?" erschienen meine Randnotizen zu dem Thema, welches uns alle seit Wochen beschäftigt. Ich muss mich vorab ein bisschen bei Ihnen entschuldigen, hat der folgende Text einiges an "mahnendem", aber es erscheint mir notwendig und verpflichtend, Sie alle auf gewisse Umstände hinzuweisen.
 
Erstes Thema, COVID-19: ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten, sind wir doch auf allen Kanälen täglich unzähligen Informationen diesbezüglich ausgesetzt – und es "gnüegelet" langsam. Dennoch gibt es das eine oder andere, welches meiner Meinung nach für uns alle sehr wichtig ist, um so schnell als möglich wieder dem Silberstreifen am Horizont, sprich der Normalität, näher zu kommen.
Nachdem der Bundesrat letzte Woche sein Modell zur etappenweisen Lockerung bekanntgab, durfte man sich im Grundsatz über das positive Signal freuen, auch wenn das eine oder andere vielleicht vermisst wurde. Was bedeuten diese Massnahmen für uns in unserer Gemeinde: Wir können ab dieser Woche zum Coiffeur und in die Nagelkosmetik, dürfen wieder in den Baumarkt und in die Gärtnerei und Beerdigungen sind im Familienkreis möglich. Ansonsten, und dies soll die Kernbotschaft sein, ändert sich bis am 11. Mai nichts und wir alle sind angehalten, unbedingt die Regeln des BAG weiterhin einzuhalten, sprich, uns das rote Plakat immer wieder geistig vor Augen zu führen.
Dies heisst auch wiederum, dass die nächsten Wochen sehr entscheidend für die Entwicklung des Virus sein werden. Je disziplinierter wir uns weiterhin verhalten, desto einfacher wird es für den Bundesrat sein, den Lockerungsplan durchzuziehen. Fatal wäre, wenn die Ansteckungszahlen wieder steigen würden und unsere Regierung die geltenden Massnahmen verlängern müsste.
Langer Rede, kurzer Sinn: Weiterhin auf die Zähne beissen und sich an die Regeln halten. Und: Ihnen allen einen grossen Dank für Ihre Disziplin, Ihre Hilfe, das Engagement und damit verbunden Ihrer Solidarität.
 
In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass der Gemeinderat, aufgrund der Lage, bis mindestens am 11. Mai sein Dispositiv nicht ändern wird und die ergriffenen Massnahmen ihre Gültigkeit haben. Die Verwaltung wird weiterhin geschlossen sein, persönliche Gesprächstermine bei dringenden Angelegenheiten bleiben nach telefonischer Absprache möglich. Die kritischen Prozesse, wie beispielsweise Kehrichtentsorgung und Wasserversorgung bleiben weiterhin streng geregelt und das Seniorenzentrum Im Reiat wird ebenfalls für Besucher geschlossen bleiben. Selbstverständlich analysiert der Gemeinderat regelmässig die Lage und wird die Massnahmen verhältnismässig lockern, wenn dies angezeigt ist.
Vielfach wurde nachgefragt, wie der Plan bezüglich der Eröffnung der Badi dieses Jahr aussehen wird. Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, hängt der Saisonstart ebenfalls stark von unserem Verhalten und damit mit den Lockerungen zusammen. Die Infrastruktur der Badi wird aktuell für den Betrieb bereitgestellt. Um diesen vollständig hochzufahren, brauchen wir jedoch eine Vorlaufzeit von ungefähr zwei Wochen, um die Becken zu füllen und mit letzten Arbeiten einen einwandfreien Betrieb zu gewährleisten. Insofern, je nach Lockerungen der Massnahmen, können wir Sie frühzeitig über einen Saisonbeginn informieren. Entsprechend wird, je nach Wetter, eine allfällige Verlängerung der Saison im Spätsommer geprüft.
 
Zweites Thema ist die aktuelle Trockenheit: Aktuell steht der Kanton Schaffhausen auf Stufe 4, das heisst, es herrscht grosse Waldbrandgefahr. Die Niederschläge, die man im April erwarten würde, blieben aus. Nun, nebst dem Fakt, dass sich unter diesen Rahmenbedingungen der Borkenkäfer, oder Buchdrucker wie man ihn auch nennt, schon wieder extrem wohl fühlt, gibt es auch bezüglich unserem Verhalten bei dieser Stufe ein klares Statement: Bis auf Weiteres generell KEIN Feuer im Freien! Die Auswirkungen eines Brandes bei der jetzigen Trockenheit können fatale Folgen haben, was vereinzelte, vor kurzem getätigte Einsätze unserer Feuerwehr gezeigt haben. Seit diesen, noch gut gegangenen Einsätzen, hat sich die Situation zusätzlich verschärft. Bei der aktuellen Gefahrenstufe 4 sind allfällige Waldbrandbekämpfungen bereits sehr schwierig. Es braucht beispielsweise nur ganz wenig Wind, dass die Feuer sich sehr schnell ausbreiten, heisse Boden- und Flugfeuer entstehen, welche auf weitere Baumkronen übergreifen können. Ebenfalls bitte keine glühenden Zigaretten-Stummel oder brennende Zündhölzer wegwerfen, dies kann momentan wirklich ins Auge gehen!
 
So, nun habe ich genug "gemahnfingert"… Ist Ihnen schon aufgefallen, wie sich die Schulraumerweiterung beim Reckenschulhaus entwickelt? Oder ist Ihnen aufgefallen, wieviel Solidarität in unseren Dörfern momentan herrscht? Eine wirklich tolle Sache, worüber man sich freuen und auch stolz sein darf. Weiter gingen unzählige Botschaften ein, dass sich die Armee sehr wohl und aufgenommen fühlt bei uns in Thayngen und der Truppe wurden unzählige positive Signale und Reaktionen aus der Bevölkerung attestiert. Ein wichtiger Faktor, wenn man bedenkt, dass viele der Soldaten sechs Wochen und mehr "Aktivdienst" leisten und in dieser Zeit ihre Familien nicht sehen können.
 
Und zum Schluss noch ein erfreulicher Satz aus vergangenen Randnotizen. Zitat vom April 2014, anlässlich der Analyse des Abstimmungsverhaltens der Thaynger Stimmberechtigten während dem Jahr 2013 (Annahme Abzockerinitiative und Wärmeverbund ins Oberdorf; Versenkung Aufhebung der Wehrpflicht, Nationalstrassengesetz und 1:12-Initiative): "Die Thaynger Stimmbeteiligung lag im Durchschnitt bei erfreulichen 70%."
 
Bleiben Sie gesund!
 
Herzlich und bis bald
 
Ihr Philippe Brühlmann
Gemeindepräsident
 
 
 


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